Freitag, 9. Dezember 2016

{Adventskalender der Blogger-AG} Türchen #9 - Susanna Ernst

Hallo,

heute darf ich euch wieder eine meiner Lieblingsautorinnen vorstellen. Susanna Ernst stand mir Rede und Antwort zu ihren weihnachtlichen Vorlieben.


Den Kalender im Überblick


                                                                       Im Gespräch mit Susanna Ernst                                                         


Erzähl uns etwas über Dich. Wer bist Du? Was schreibst Du? Und ganz wichtig: wie stehst Du zu Weihnachten? Bist Du bereits im Weihnachtsfieber oder bist Du eher der Typ Grinch?
 
Ich bin Susanna Ernst, Mutter von zwei Kindern (und seit neuestem auch von Hundetochter Mayla), Ehefrau und Autorin aus Leidenschaft. Ich schreibe romantische Belletristik mit Tiefgang, sprich, meine Protagonisten müssen auch mal härtere Schicksalsschläge verkraften und meine Geschichten sind nicht immer mit 100%-iger Happy-End-Garantie versehen. Mein Debut-Roman war „Deine Seele in mir“ (Knaur), ein weiterer und aktueller „So wie die Hoffnung lebt“ (ebenfalls Knaur).


Außerdem habe ich schon ein paar Jugendbücher geschrieben, z.B. „Was vor dir noch keiner sah“ (Ravensburger). Generell schreibe ich seit 2011 professionell und habe inzwischen sieben Bücher und vier Kurzgeschichten veröffentlicht. 

Mayla - Susannas
jüngster
Familienzuwachs
Oh, und ich liiiebe Weihnachten und bin keinesfalls ein Grinch-Typ. Im Gegenteil, Weihnachten ist wohl das einzige Fest, das bei Familie Ernst so richtig zelebriert wird.














Wann geht es für Dich los und was gehört alles zu Deinem perfekten Weihnachtsfest?

der Inhalt | Susannas
stolze Kinder mit den
31 fertigen Päckchen
Mit dem Thema Weihnachten geht es bei uns immer schon recht zeitig los, eigentlich ist es das gesamte Jahr über präsent und wird ab Mitte Oktober richtig konkret, denn unsere Familie beteiligt sich schon seit etlichen Jahren aktiv an der Aktion „Weihnachtspäckchenkonvoi“, indem wir für arme Kinder in Ländern wie Rumänien, der Ukraine, Moldawien usw. Geschenke packen, welche dann kurz vor Weihnachten von ehrenamtlichen Helfern direkt vor Ort verteilt werden. Hierfür sammeln wir das ganze Jahr über und lassen uns dann überraschen, wie viele Pakete wir im Endeffekt schnüren können. In diesem Jahr waren es immerhin 31.

Unser privates Familien-Weihnachtsfeeling beginnt hingegen kurz vor dem 1. Advent. Denn dann wird geschmückt, darauf bestehen meine Kinder immer sehr vehement. In der Adventszeit versuche ich mindestens ein Mal Plätzchen mit den beiden zu backen und auch wenigstens einen der schönen Weihnachtsmärkte in der Umgebung zu besuchen. Natürlich trinke ich dann auch gerne einen Glühwein und greife bei gebrannten Mandeln und Spekulatius zu. (Die Waage wird in dieser Zeit übrigens in den Keller verbannt und erst im Neuen Jahr wieder hervor geholt. Bis dahin bin ich gestärkt genug für den bevorstehenden Schock ;-) )

Vor allem aber gilt bei uns die Devise: Lieber weniger vorweihnachtliches Programm und dafür richtig schön zur Ruhe kommen, das Jahr Revue passieren lassen und auch einfach nur mal die winterliche Stille bei einem Waldspaziergang mit dem Hund genießen. Kurzum – der Seele eine wohlverdiente Auszeit geben und dabei Kraft für neue Vorhaben schöpfen. 

Am Heiligen Abend selbst wird der Tisch ganz festlich gedeckt, lecker gekocht, nachmittags gibt es Stollen und selbstgebackene Plätzchen, wenn uns danach ist, besuchen wir auch eine Messe. Wenn es dann am frühen Abend endlich an die Bescherung geht, halten wir es sehr klassisch: Die Kinder gehen hoch in ihre Zimmer, mein Mann und ich verteilen die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum, legen leise Weihnachtsmusik auf und zünden so ziemlich jedes Teelicht und jede Kerze an, die unser Haushalt hergibt. Dann läuten wir ein Glöckchen als Zeichen für die Kinder, die nun wieder herunterkommen dürfen. Die Zeremonie der Bescherung wird bei uns sogar so traditionell gehalten, dass wir erst einige Weihnachtslieder singen, immer endend mit „Stille Nacht, Heilige Nacht“, bevor endlich ausgepackt werden darf. Dabei wird ein Päckchen nach dem anderen ausgegeben und alle schauen demjenigen beim Auspacken zu, der gerade dran ist. Sonst würde es wohl in einer einzigen Geschenke-Schlacht enden, die binnen weniger Minuten zu Ende wäre … und das nach all der Planung und wochenlangen Vorbereitung. Viel zu schade!


Lieblingsfilm? Lieblingslied? Lieblingsbuch? Lieblingsgebäck?

Film: „Wunder einer Winternacht – Die Weihnachtsgeschichte“
Lied: „Stille Nacht, Heilige Nacht“
Buch: „Wunder einer Winternacht“ von Marko Leino
Gebäck: Die Zimtschnecken meines Mannes


Hast Du schon einmal mit einem Geschenk völlig daneben gelegen?

Oh Gott, ich hoffe nicht. Allerdings hat mein armer Papa die ersten Jahre wirklich immer nur Socken von mir gekriegt, weil ich es so furchtbar schwierig fand, etwas Passendes für ihn zu finden. Aber da war ich wirklich noch klein und er hat zumindest immer so getan, als hätte er sich gefreut – was blieb ihm auch anderes übrig?


Was war Dein schönstes/schlimmstes Weihnachtsgeschenk?

Mein schönstes Weihnachtsgeschenk? Hm … ich habe wirklich schon viele schöne Geschenke bekommen, aber ich weiß noch, dass ich als Kind einmal vollkommen ausgerastet bin, als ich einen rosa Barbie-Rolls Royce bekam. Über den habe ich mich – aus welchen Gründen auch immer – gefreut wie eine Schneekönigin.
Weihnachtsbaum der
Familie Ernst 2015
Als Erwachsene und Mutter habe ich mich ganz besonders über die ersten gebastelten Weihnachtsgeschenke meiner Kinder gefreut und über die ganz besonderen Stifte, die mir mein Mann im letzten Jahr geschenkt hat.
Ein wirklich schlimmes Weihnachtsgeschenk habe ich hingegen noch nie bekommen. In Erinnerung geblieben ist mir nur eine Kochbuchreihe von Dr. Oetker, die mir mein Vater geschenkt hat, als ich sechzehn Jahre alt war und noch ein absoluter Kochmuffel. Ich bin mir sicher, er wollte mich animieren, aber … das heißt … jetzt, wenn ich es mir so überlege …
Vielleicht wollte er sich ja auch nur für die jahrelangen Sockenpäckchen revanchieren? Hmmm ...


Besorgst Du Geschenke schon früh genug oder bist Du ein Last-Minute-Käufer?

Oh, ich hasse es, etwas auf den letzten Drücker besorgen zu müssen. Oft habe ich meine Geschenke schon Anfang November zusammen – das Einpacken kommt dann allerdings später.
Aber dieser Last-Minute-Weihnachtstrubel in der Stadt ist mir wirklich sehr zuwider. Zu einer Zeit, in der es ruhig und besonders friedlich zugehen sollte, ist man dann doch wieder gestresst. Das erspare ich mir nach Möglichkeit gerne und bin dafür lieber etwas zu früh mit meiner Geschenkeplanung dran. 


Was ist für Dich das Wichtigste an Weihnachten?

Das, was an dieser Stelle vermutlich alle Befragten antworten: Das Zusammensein mit der Familie. Sich ganz bewusst vor Augen zu führen, was es bedeutet, eine gesunde Familie zu haben, in der alle zusammenhalten und sich wirklich sehr lieb haben – Das ist so wertvoll und keineswegs selbstverständlich, dass mich die Erkenntnis immer wieder tief rührt. Die Dankbarkeit, die ich dann empfinde, definiert mein persönliches Gefühl von Weihnachten.


Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wie würdest Du Weihnachten verbringen?
von Susanna selbstgemaltes Bild
zu ihrer Weihnachtsgeschichte

Genauso wie jetzt auch. Langweilig? Vielleicht. Aber auch ehrlich.



Hast Du selbst bereits eine Weihnachtsgeschichte geschrieben?

Ja, sogar schon zwei. „Der kleine Stern“ – eine Kindergeschichte, in der es um den besonderen Weihnachtsstern mit Schweif geht, der eigentlich alles dafür geben würde, genauso zu sein wie alle anderen Sterne auch …
Und „Elises Traum“. Wenn ihr mögt, könnt ihr diese Kurzgeschichte gerne über eine PN an mich per Facebook ordern. Ich schicke sie euch dann als kleines Adventsgeschenk per PDF.




Last but not least: Erzähl uns eine Weihnachtsanekdote - ob sie Dir oder Deinen Figuren passiert ist, liegt ganz bei Dir ;)


Okay. Also, da ich ja Autorin bin, hat auch diese Geschichte etwas mit dem Schreiben zu tun, auch, wenn sie ganz weit in die Vergangenheit zurückführt:

Es war im Januar 1988, ich besuchte die zweite Klasse und kam am ersten Schultag nach den Winterferien wieder mit meinen Klassenkameraden zusammen (Rückblickend hat das fast schon „Die Kinder von Bullerbü“-Feeling für mich, denn wirklich alles an unserer Schule war klein und wir waren auch nur vierzehn Kinder in der Klasse).
Unsere Lehrerin verteilte Arbeitsblätter, auf denen stand:

Wie war dein Weihnachtsfest? Erzähle zum Beispiel, was du gegessen hast und wie deine Bescherung ablief.

Als ich den Aufsatz zurückbekam, war er mit einem gnädigen SUPER! Und zwei Marienkäfer-Aufklebern honoriert worden. Allerdings hatte meine Lehrerin auch zwei Stellen rot gekennzeichnet und daneben, auf den Rand, lachende Smileys gemalt.
Was sie so amüsiert hatte?
Nun, da in der Aufgabenstellung explizit nach MEINEM Weihnachtsfest gefragt und direkt danach auf das Essen hingewiesen worden war – ich das traditionelle Käsefondue, das es an jedem Heiligen Abend bei uns daheim gab, aber verabscheute und mich deshalb wieder einmal nur durch die Beilagen gefuttert hatte, hatte ich wahrheitsgemäß geschrieben:

Ich habe jede Menge trockenes Brot mit Ananas gegessen.


Nach dem Essen sind wir dann ins Wohnzimmer gegangen. Da waren viele Kerzen an und Musik und meine Mama hatte für jeden schon einen großen Haufen unter den Weihnachtsbaum gemacht.

So lautete die zweite markierte Stelle. Dass es sich bei dem „großen Haufen“ meiner Mutter natürlich um Geschenke gehandelt hatte … nun, das hatte ich einfach mal unterschlagen und damit zuerst bei meiner Lehrerin und danach auch in unserer Familie für einige Heiterkeit gesorgt.



In diesem Sinne: Frohe Weihnachten euch allen!



                                               Susanna Ernsts Bücher                                            


  
Hier findet ihr den gesamten Adventskalender und den Link für das morgige Türchen.


Eure Tine =)

Kommentare:

  1. Ein toller Beitrag. Hat wirklich Spaß gemacht zu lesen. Wünsche dir eien wundervollen Start in das Wochenende und einen tollen Abend.
    Liebe Grüße
    Martina Suhr

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    1. Das freut mich sehr!
      Danke, dir auch einen schönen Abend =)

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